
Meine Frage wurde in diesem FAQ nicht beantwortet!
In dem Falle erstmal die entsprechende Sektion der Website durchsuchen, und wenn du nirgendwo fündig wirst, im entsprechenden Forum (z.B. "A Gamer's Day", "The Cheat Report", etc.) nachfragen.

Die Namen der Charaktere: Woher stammen die? Alles frei erfunden oder gibt es Anlehnungen?
Es gibt tatsächlich einige Anlehnungen. Ich bin sehr kreativ was die Erschaffung meiner Namen angeht, aber bei Vault hatte ich das Bedürfnis, die starke Verbindung zu meinen Inspirationsquellen aufzuzeigen. Außerdem habe ich viel mit "sprechenden" Namen und Verweisen auf Mythologie gearbeitet.
Der Mutant Markus z.B. entstammt dem Videospiel Fallout 2, das einen großen Einfluss auf mich und das Gesamtkonstrukt gehabt hat. Außerdem bedeutet Markus im römischen "geweiht dem Kriegsgott Mars" und im biblischen Sinne "Hammer" oder das "Männliche, Streitbare". Das erschien mir für die Rolle des kraftvollen Anführers der rohen Mutanten angemessen.
Der Spitzname von Highead - Rubrum - ist einerseits lateinisch für "rot" und benennt andererseits die Tätowierung des roten Drachens auf seinem Kopf. Dieser rote Drache wiederum ist eine Anlehnung an die Final Fantasy Computerspiel-Reihe. In Teil acht der Serie gab es einen roten Drachen als Gegner, der wie hieß? Genau, Rubrum-Drache.
Der Mutant Golgotha ist nach dem biblischen Schädelberg benannt, auf den Jesus sein Kreuz tragen musste. In gewisser Weise wurde also auf dem Schädelberg eine ungeheure Last abgeladen - und genau diese Last wird in Vault am Ende auch auf den leidgeprüften Mutanten übertragen.
Der Mutant Diamedon, der die Mutanten kurz vor dem Angriff der Bunkerführung warnt, ist nach dem Marathon-Läufer benannt, der gerade noch seine Warnung kundtun konnte, ehe er an Entkräftung starb.
Der Bunkerführer Blackford - nun, da steckt das Wort schwarz drinnen, und schwarz ist auch sein undurchschauliches Spiel, das er gleich mit mehreren Parteien treibt.
Der Bunkerführer Core leitet die Bunkertechnik, und Core wird in vielen Bereichen der Technik als Begriff für das Zentrum oder den Kern einer technischen Anlage benutzt.
Der Bunkerführer Fist leitet die Bunkerstreitkräfte. Das erklärt sich selbst.
Es gibt noch mehr Anlehnungen, so habe ich zum Beispiel die Namen einiger guter Freunde kryptisch eingebaut, und fast alle Mutanten haben mythologische Namen. In den meisten Fällen lohnt es sich, mal nachzuschlagen. Es gibt fast immer eine tiefere Bedeutung dahinter.

Beim Lesen von Vault lief die Geschichte wie ein Film vor meinem Inneren Auge ab. Wie sieht es mit einer Verfilmung aus?
Prinzipiell: Definitiv! Wenn es aber bloß so einfach wäre. Du kannst dir sicher denken, nachdem du Vault gelesen hast, dass dies kein kleiner und bescheidener Film werden würde, sondern etwas sehr großes. Weder lässt sich sowas in Deutschland realisieren, noch mit einer kleinen Brieftasche. Vault zu verfilmen ist eine Aufgabe, die ich entweder viel später in meinem Leben angehen werde oder für der ein sehr mächtiger Realisator gefunden werden muss, der mir dies abnimmt. So oder so wirst du dich noch lange gedulden müssen, ehe Vault über die Leinwand flackert. Aber dass es eines Tages so weit kommt - das halte ich für wahrscheinlich.

Hast du mit Vault irgendein Ziel verfolgt, oder hast du einfach geschrieben, weil du schreiben wolltest?
Das vordergründige Ziel war, mich für das Schreiben eines Romans fit zu machen. Ich wollte längere Kurzgeschichten als bei Underworld schreiben und mich Schritt für Schritt vorantasten. Scheinbar war ich in der Hinsicht frühreif... Mein Ziel darüberhinaus, was jedes meiner Werke überschattet, war natürlich, eine fesselnde Story zu erzählen. Ich hab mir mehrere "interne" Ziele gesetzt, die ich nicht aus dem Auge verlieren wollte. Die habe ich mir ins Dokument geschrieben, um sie immer präsent zu haben. Ich wollte eine geblendete Gesellschaft und einen "coolen", düster-futuristischen Ort zeichnen. Und ich wollte mit Begriffen wie Lüge, Manipulation, Verrat und Hoffnung spielen.

Wusstest du von Anfang an, wie Vault ausgehen soll? Oder hat sich das Ende im Entstehungsprozess verändert?
Ich wusste es von Anfang an und dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, war auch außerordentlich wichtig. Nicht nur bei Vault, sondern generell bei allen Geschichten, die ich erzähle. Wenn du das Ende nicht kennst, die Pointe, auf die alles hinauslaufen soll, weißt du eigentlich nicht, was du willst. Ohne das Ende zu kennen würde ich niemals eine größere Geschichte zu erzählen beginnen. Klar hat sich der Ausgang immer weiter verfeinert und es sind noch mehr Wendungen dazugekommen, aber das ist mehr eine Frage der Erzählweise, nicht so sehr des grundsätzlichen Rahmens. Der sollte stehen, und wenn du ihn änderst, dann brauchst du einen verdammt guten Grund. Den gabs bei mir nicht und so endet die Geschichte, womit sie begonnen hat.

Wird es noch weitere Geschichten geben, die auf der „Vault-Welt“ aufbauen?
Ja, wird es. Ich arbeite momentan (Stand: Mai 2009) an der Fortsetung bzw. der "Vor-Setzung", spätestens seit Star Wars als Prequel wohlbekannt. Es wird also die Vorgeschichte sein, und es wird sehr viel epischer und größer. Der Name: "Vault Exodus". Es werden, so der Plan, insgesamt fünf Bücher sein, jedes Buch ein Akt. Der erste Akt wird noch in diesem Jahr als kostenloser Download zur Verfügung stehen, nachdem ich ihn kapitelweise in meinem Forum veröffentliche. Die Vault-Welt hält in ihrer Vergangenheit noch sehr viele spannende Dinge bereit.

Ich fand das Ende genial! Ich könnte mir super vorstellen, wie die Fortsetzung...
Forget about it. Ich sage es hier, ich sage dort, ich sage es immer wieder: Es wird keine Fortführung der Geschichte geben. Das Ende zehrt seine Kraft aus dem Ungewissen, aus der Hoffnung und dem Hauch des Abenteuers. Eine Fortsetzung würde all dies zerstören. Das, was da in deinem Kopf abgeht, ist die wirkliche Fortsetzung, und dagegen wollte und könnte ich niemals ankommen. Eine Fortsetzung - ja, das könnte lustig werden, vielleicht käme auch ein ganz solides Abteneuer heraus. Aber der Preis ist leider zu hoch. Ich würde dafür ein wunderschönes Bild zerstören. Und ich habe selbst schon viel zu oft miterleben müssen, wie eine Fortsetzung das Ende des vorangegangenen Teils zunichte gemacht hat. Das Ende von Vault erzeugt eine Sehnsucht. Und so muss es bleiben.

Auf deiner Website steht, du hast Vault mit 18 geschrieben. Wie lange hast du denn insgesamt dafür gebraucht?
Ich habe mit Vault angefangen, nachdem ich mein erstes Buch Underworld vollendet hatte. Noch bevor es veröffentlicht wurde, war ich schon wieder heiß und habe mit dem Kurzgeschichtenzyklus Para Dystopia (damals noch Apocalypso Exotica) begonnen. Und die erste Geschichte sollte eine Novelle namens Vault werden. Da muss ich etwa 16 gewesen sein. Aus der Novelle wurde dann ein ganzer Roman, und insgesamt hat mich das Unterfangen etwa zwei Jahre gekostet. Es gab zwischendrin zwar längere Pausen, dafür aber kein größeres Projekt nebenbei.

Welche Stellen der Geschichte waren feste Angelpunkte, und was ist eher im Laufe des Schreibens hinzugekommen?
Das ist rückblickend schwer zu sagen. Grundsätzlich war dies meine Ausgangsüberlegung: Eine Gesellschaft tief unter der Erde zu zeichnen, die unter Manipulation und in Lüge gehalten wird. Es gab den Helden David Gillinger, es gab die Mutanten, es gab die Bunkerführung und es gab den Schluss. Du kannst dir denken, dass viel dazugekommen sein muss, wenn aus einer Kurzgeschichte plötzlich ein 536-Seiten-Roman wird. Die Subebenen waren nicht so stark ausgearbeitet in der ursprünglichen Version und auch der G.-Orden und sein Einfluss auf das Geschehen kam erst später hinzu. Die Kultur der Mutanten ist stark angewachsen und das ganze Wesen "Balor" kam erst während des Schreibens und in Kooperation mit einem Freund zustande. Ganze Kapitel entstanden nur als "Füllsel". Das macht das eine Kapitel aber nicht wertloser als das andere. Ich frage mich oft im Gegenteil, was herausgekommen wäre, wenn ich all die später ersonnenen Sachen NICHT ersonnen hätte. Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, dass Vault je anders hätte werden oder sein sollen als so, wie es jetzt ist. Und das ist übrigens ein genereller Aspekt des Schaffens.

Ich kannte nur deine Filme und dieses Buch ist ziemlich anders! Was bist du denn jetzt eigentlich?
Eben dieses Schubladendenken wird meinem Schaffen nicht gerecht. Die Vorstellung, ein Leben lang das gleiche zutun – immer Komödien machen, immer Science-Fiction schreiben – ist mir zuwider. Ich werde noch viele andere Dinge tun und am besten fährst du mit mir, wenn du dich auf das neue und ungewöhnliche freust. Mein Geschmack ist so breit gefächert, dass mir nicht alle auf dem kompletten Weg folgen werden können, aber dafür werden sich viele finden, die mir zumindest ein Stück weit folgen.

Wie hast du es geschafft, in so einem jungen Alter schon einen Roman zu schreiben?
Der Trick in diesem Fall war, dass ich mir gar nicht bewusst gemacht habe, einen Roman zu schreiben. Ich wollte doch nur eine Kurzgeschichte! Dadurch habe ich einfach viele, viele kleine Schritte vorwärts gemacht und mich durch das gewaltige Wort „ROMAN“ nie einschüchtern lassen. Doch im Allgemeinen lautet das Zauberwort Respekt. Denn wenn du den Respekt vor dem Wort verlierst, wirst du es nicht schaffen. Man sollte sich immer klar machen, was man da eigentlich von sich verlangt, wenn man vorhat, einen Roman zu schreiben. Jemand, der frisch mit dem Jogging anfängt, wird auch nicht gleich den Marathon von sich abverlangen. Das Ziel darf nicht aus den Augen verloren werden und die eigene Leistung nicht zu hoch eingeschätzt werden. It’s all about respect. Das soll niemanden entmutigen, im Gegenteil, nur dazu anregen, sich auch die richtigen Schuhe und genügend Wasser mitzunehmen, wenn man einen Marathon laufen oder einen Roman schreiben will. Und Kaffee wäre auch nicht schlecht.