| Die Arbeiten zum Projekt begannen
im Sommer 2003 im Grunde mit einer einfach Idee: Wir, dass heißt
Alexander Roth und ich, Daniel P. Schenk, hatten eine Reihe von
Situationsgags entwickelt, in denen immer ein tragender Charakter
zum Einsatz kam: Ein völlig überdrehter Computerspieler,
dem nichts mehr heilig und keine andere Beschäftigung wichtiger
war. Man muss es sich als Insiderwitz vorstellen, der meistens einfach
nur mit den Worten "Man, stell dir mal vor, wie verrückt
das wäre, wenn man..." begann und nur im Dialog seine
Kraft entwickelte. Irgendwann kamen wir auf den Gedanken, dass diese
Thematik aus vierlerlei Gründen bestimmt sehr reizvoll in filmische
Form umzusetzen wäre. Mir kam das insofern gelegen, als dass
ich ohnehin in die Filmindustrie einsteigen und damit noch eine
Bewerbungsarbeit benötigte, und Alex war für die Schauspielerei
schon immer zu begeistern gewesen. Das Projekt war geboren.
Anfangs ging alles schleppend voran, vor allem
die Organisation des GIGN Outifts und der Ausrüstung machte
uns zu schaffen und lähmte den Produktionsprozess. Als ich
dann im Oktober 2003 zur Bundeswehr eingezogen wurde, kam es ersteinmal
zu einer viermonatigen Pause. Das einzige, was bis dahin entstanden
war, war das Gespräch mit der Freundin, und selbst hier nur
die Aufnahmen mit der Freundin selbst! Alles wirkte sehr demotivierend
auf uns, und da ich mir selbst einen hohen Anspruch für die
Herangehensweise setzte, diesem Anspruch aber aufgrund meiner mangelnden
Erfahrung praktisch kaum gerecht werden konnte, war der Anfang so
morastig wie Morlas Schlafzimmer (wer die Unendliche Geschichte
kennt ;)). Das Storyboard stand zwar, aber wir hatten weder einen
Drehplan, noch die Hälfte des Equipments, was wir eigentlich
benötigten.
Übrigens an alle, die selber einen aufwendigeren
Film machen möchten: Storyboards, so miserabel wie auch immer
gezeichnet, erleichtern den Überblick ungemein! Am "Set"
(meinem Zimmer, dass aufgrund der Authenzität einer Dauervermüllung
standhalten musste) war ich so sehr mit all den neuen Dingen beschäftigt,
die man als Filmeschaffender beachten muss, dass ich dankbar war,
wenigstens den roten Faden greifbar in Händen zu halten. Ich
drehte oft regelrecht blind und war mir nicht mehr sicher, warum
ich diese Szene nun so oder so dargestellt hatte, konnte aber darauf
vertrauen, dass ich in einer ruhigeren Minute (während dem
Zeichnen) den genauen Überblick gehabt und mir durchaus etwas
dabei gedacht hatte.
Neben den Problemen mit den Equipment, das nach
und nach eintropfte, kam noch der Zeitmangel hinzu, den mir mein
Bund bescherte, und der mit der Absprache der anderen Crewmitglieder
noch wuchs - denn wann hat schon einmal jeder Zeit? Es lief darauf
hinaus, dass wir oft 2-Mann-Drehtage einlegen mussten, Alex vor
der Kamera, und ich als Mädchen für alles dahinter. Erst
während diesen Sitzungen verstand ich wirklich, warum eine
Filmproduktion soviele Leute braucht. Nicht unbedingt, weil so viel
geballtes Wissen vonnöten ist, sondern eher, weil viele viele
Kleinigkeiten erledigt werden müssen, die den Verlauf ungemein
bremsen können. Wir waren dankbar wie Pfaffen vorm Herren,
wenn sich das Team um ein paar Mitarbeiter verstärkte, die
einfach nur "zur Hand gingen". Abgesehen von den größeren
Szenen, die ohne ein Mehr an Mannkraft gar nicht realisierbar gewesen
wären. Im Laufe der Arbeiten waren gut und gerne fünfzehn
Leute beteiligt, bis hin zur einer Schneiderin, die uns nach erfolgloser
Suche schließlich das GIGN Kostüm nach Spielvorlage schneidern
musste. Doch die Kerncrew war an einer Hand abzuzählen.
Es war kaum zu glauben, welcher Aufwand schon für
relativ simpel scheinende Szenen betrieben werden musste! Für
den Fenstersprung musste nicht nur eine Puppe entwickelt werden
(ich weiß, ihre Gelenkschwäche ist nicht gerade löblich),
sondern auch entsprechende Matten aufgetrieben werden, die aufgrund
ihrer Größe (Sportmatten) mit einem eigens dafür
angemieteten Lieferwagen transportiert werden mussten. Vom Wetter
möchte ich schon gar nicht mehr reden. Dinge, die bei den Profis
Standard sind, aber eine unbedarfte Crew schon einmal vor Probleme
stellen konnten.
Ich habe mittlerweile erkannt, dass der größte
Aufwand bei einer Filmproduktion die Logistik dahinter ist, weil
das Medium Film einfach an so unzählig viele physische Realitäten
gebunden ist (was bei einem Buch bsp. nicht der Fall ist), und die
größte Erfahrung, die wir gesammelt haben, ist wohl der
Respekt vor einer gelungenen Organisation. Als wir in den letzten
Monaten des Drehens (Juli-September) einen Drehplan erstellten,
war der Arbeitsfluss plötzlich gegeben, Szenen konnten systematisch
abgearbeitet werden, aufwendigere Einstellung klar auch mit mehreren
Leuten geplant werden.
Schließlich kam die Post-Produktion, die
überraschenderweise mal eben so drei Monate verschlang - und
das, obwohl schon lange vor Abschluss des Drehens das Fundament
gelegt war. Gerade die Counterstrike Szenen verschlangen ein Gròs
an Zeit, an dieser Stelle also nochmal ein dickes "Respekt"
an all die CS-Movie Macher dadraußen :) Obwohl ich mit dem
Resultat nicht annähernd die Topmacher der Szene bedrängen
kann, hatte ich schon Tage und Wochen an Arbeit. Der Fairness halber
sei aber auch dazu gesagt, dass das Material, was uns zur Verfügung
stand, recht kläglich war. Dass ich und mein Bekanntenkreis
herausragende Computerspieler seien, hatte nämlich niemals
jemand behauptet. Doch auch die Life-Action Footage Sequenzen machten
in ihrer Menge viel Zeit aus. Ich lernte die Bearbeitungsprogramme,
allen voran Adobe AfterEffects, nach dem Prinzip "Learning
by Doing", was mir ohne einige tolle Tutorialseiten im Netz
wohl nicht so ohne weiteres gelungen wäre. Im Abspann erwähne
ich sie.
Nun, und nach über einem Jahr an Arbeit stehen
wir schließlich hier. Unser erster Film, schon recht beschaulich,
aber nichts im Vergleich zu dem, was noch kommen wird :) Trotzdem
freue ich mich über jeden, der an dem Film seinen Spaß
hat, denn dafür habe ich ihn immerhin gemacht.
Gibt es noch irgendwelche Aspekte an der Produktion,
die dich interessieren? Schreib uns einfach an kontakt@danielpschenk.com
und teile sie uns mit! Ich erweitere diesen Bericht sehr gerne :)
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