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| Aufmerksam gemacht hat mich dieser Artikel: Online-Wahlkampf: "Sie werden sich wünschen, wir wären politikverdrossen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt Als Reaktion auf die Entscheidung der SPD, die Internetsperre für Kinderpornographie-Seiten trotz der 130.000 Stimmen starken Petition durchzuboxen, haben jetzt viele Blogger und Internetmeinungsmacher eine "publizistische" Front gegen SPD und Union angekündigt. "Sie werden sich wünschen, wir wären politikverdrossen" - so der Schlachtruf der Netzgemeinde. Es sollen die beiden großen Parteien spüren, dass im Internet ein neue, zahlen- und meinungsstarke Generation herangewachsen ist. Was haltet ihr von diesem Trend? Habt ihr selbst schon davon gehört oder könntet ihr euch vorstellen, in den Kanon einzustimmen? Ich selbst vertrete zwar prinzipiell den Standpunkt, dass es wenig sachorientiert ist, ein ganzes politisches Programm - das mir nicht einmal näher bekannt ist - nur wegen einer vergleichsweise "geringen" politischen Entscheidung zu boykottieren. Andererseits sehe ich in dieser ganzen Aktion vor allem eine willkommenen Möglichkeit, um seinen Politik-Frust zu entladen und ein überaltertes System mal wieder wachzurütteln. Updaten würde wohl der Netzgänger sagen, Politik 2.0. Der nachhallende Ärger um die Internetsperre bildet einen roten Faden, an dem sich viele Leute zu einer Stimme vereinen können, auch wenn diese Stimme zunächst mal nichts anderes sagt als 'DAGEGEN'. Aber immerhin lässt sich so ein Bewusstsein schaffen, und wenn beim nächsten Mal 130.000 Leute die Möglichkeiten des Netzes nutzen, um politisch aktiv zu werden (ich habe die Petition übrigens auch online unterschrieben), sehen die Regierenden diese Stimmen vielleicht schon als wertvoller an. Ultimativ geht es also darum, die Schlagkraft des Mediums Internet zu demonstrieren. Und geht Politik schlussendlich nicht genau darum? Mit einzelnen, exemplarischen Handlungen Meilensteine für einen größeren Gedanken zu setzen? Ich zumindest fühle mich nach dem Verfassen dieser Zeilen ein kleines Stück besser und habe das Gefühl, mehr bewirkt zu haben als durch das Ankreuzen eines Wahlzettels. Zumindest ist es eine willkommene Ergänzung.
__________________ Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen. - Kurt Marti >>> Du möchtest meine Arbeit unterstützen? Dann schau rein ins Forum Fanactive oder bestelle deine Amazon.de Produkte von hier aus |
| The Following User Says Thank You to Daniel P. Schenk For This Useful Post: | ||
Colt Storm (26. June 2009) | ||
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| sehe ich genauso! Wie du selbst geschrieben hast, ist es einfach eine "Trotz-Dagegen"-Reaktion. Die meisten dieser "Dagegen"-Schreihalse haben weder politische Ahnung, noch Meinung. Die hören doch nur Internetsperre und dann sind die Schotten dicht. Ich glaube auch, das wir dringend immense Veränderungen in unserem Land brauchen, und dass da vielleicht sogar ein Stück Revolution von Nöten ist, aber davon, da halte ich jetzt nicht wirklich viel von.
__________________ Amygdala: Zitat:
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| Das gesamte deutsche Staatssystem müsste komplett erneuert werden. Was wir im Moment haben wurde nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut und ähnelt einem Krebsgeschwür. Ständig wird etwas reformiert und ständig wird es komplizierter. Je komplizierter solch ein System ist, desto einfacher kann es zusammenbrechen. Einfache Systeme sind unverwüstlich.
__________________ Willen braucht man. Und Zigaretten. Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Helmut Schmidt |
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| "Ein Stück Revolution vonnöten" und "komplett erneuert werden" und "Krebsgeschwür" - dito Aber klingen tut mir das eigentlich nach exakt demselben, heeren Drang besagter Internet-Front, sich einmal laut zu artikulieren. Es schwingt genau dieselbe Politikverdrossenheit mit, von der die Rede ist und die sich mal einfach an den richtigen Ohren entladen müsste.Demonstrieren müsste man gehen! Aber wer macht das schon? Die Zeiten der fernsehreifen Aufmärsche scheinen mir vorbei. Und mal Hand aufs Herz: Abgesehen davon, dass es mehr Engagement kostet, aber was ist eine ausgewachsene Demo denn selbst anderes als ein pures großes DAGEGEN? Man kann mit einer Demo soviel sagen, wie auf die Schilder passt. Ist das deswegen ein dummer Artikulationskanal? Und wissen echt immer alle Demonstranten, was ihre Forderungen für politische Langzeitfolgen haben? Gibt es nicht auch hier Leute, die einfach eine generelle Unzufriedenheit physisch ausdrücken wollen? Und trotzdem zwingt es die Machthaber, umzudenken. Es setzt Impulse. Und in der Generation 2.0 sehe ich, wie das Internet mit Potential gesegnet ist, an die Stelle alter Protestwege zu treten. Mal angenommen - nur rein hypothetisch und ohne, dass ich mir das träumen lassen würde oder wollte, einfach nur weil die Sonne so schön scheint - ein Internet-Aufruf würde eine komplette Generation zu einer Protestwahl animieren: Wäre das nicht schonmal ein Stück Revolution? Ich weiß nur, dass ich lieber auf einen Knopf meiner Maus drücke, als mit Schildern durch Straßen zu rennen, und dass ich sogar bereit wäre, mich mit ein paar uninformieren Frusties zusammenzustellen, wenn dann der Protestruf nach oben nur umso lauter wird
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| Zitat:
Die Deutschen müssten sich mal eine Scheibe abschneiden.
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| Dann doch lieber die potentielle Revolution 2.0 Kombiniert einen Protest mit Gewaltlosigkeit.Leider klingen Steine und Schreie immer noch lauter wieder als Bits und Bytes. Nur wie gesagt... ich sehe da Potential und, um wieder On-Topic zu gehen, in der momentanen Online-Protestaktion mehr den allgemeinen Gedanken, Macht und Möglichkeiten des Webs als Artikulationskanal zu demonstrieren. Btw habe ich sonst mittlerweile nicht mehr viel von gehört... hier jemand?
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| Passt gut zum Thema: Heute habe ich auf der ESL Seite bei den News eine Petition gegen ein Verbot von Killerspielen entdeckt, und zwar auf der Seite des Bundestages. Ab 50.000 Unterschriften muss sich der Bundestag mit dem Antrag beschäftigen. Ihr müsst euch da registrieren, um eure Unterschrift zu geben. Petition gegen Spieleverbot Übrigens: Ich habe meine UNterschrift gegeben und war etwa der 47.000. Nach diesem Post habe ich noch einmal den "Aktualisieren-Button" gedrückt und schon waren es 48.000 Unterschriften. =D greez |
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| Zitat:
Und wenn er es überhaupt tut, wird das noch dauern. Selbst bei der Petition gegen die Internetsperren (Die ja sämtliche Rekorde gebrochen hat, also ein ziemliches öffentliches Interesse darstellt) hieß es, man wird sich frühestens nach den Wahlen damit beschäftigen. Ergänzung: Wer sich allerdings damit beschäftigen muss, ist der Petitionsausschuss des Bundestages. Der Entscheidet aber auch nur, ob der Petition weiter Beachtung geschenkt wird.
__________________ "Das Internet? Gibts den Blödsinn immer noch?" Homer J. Simpson Geändert von Colt Storm (14. July 2009 um 19:28 Uhr). Grund: Ergänzung |
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| Daniel P. Schenk .com | Blog | This thread | Refback | 26. June 2009 02:49 | |
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